Sommertracht im Donauraum: Wenn die Linden blühen
Nach der Akazienblüte im Mai beginnt für unsere Bienen die zweite große Saison des Jahres: die Sommertracht. Während im Frühling Obstblüten und Raps dominierten, sind es jetzt die Linden, Himbeeren und die vielfältige Wildflora der Donauauen, die den Bienenvölkern Nahrung bieten – und uns Imkern den charakteristischen Sommerhonig bescheren.
Die Linde: Königin des Sommers
Ende Juni verwandelt sich das Tullnerfeld in einen duftenden Garten. Die Lindenblüte beginnt – und mit ihr eine der bedeutendsten Trachten für die Bienen. In Alleen, Parks und Gärten rund um Tulln, Sieghartskirchen und entlang der Donau stehen hunderte alte Lindenbäume, deren Blüten einen intensiven, süßen Duft verströmen.
An warmen Juniabenden ist das Summen der Bienen in den Lindenkronen weithin hörbar. Ein einzelner großer Lindenbaum kann ein ganzes Bienenvolk versorgen. Der Nektar ist reichhaltig, und die Bienen fliegen von früh morgens bis spät abends. In diesen Tagen herrscht im Bienenstock Hochbetrieb: Die Sammlerinnen bringen ununterbrochen Nektar ein, die Stockbienen verarbeiten ihn, und die Waben füllen sich sichtbar.
Lindenhonig: Geschmack und Heilkraft
Lindenhonig ist einer der charakterstärksten Honige überhaupt. Sein Geschmack ist intensiv, leicht mentholig und mit einer feinen, minzigen Note. Die Farbe variiert von hellem Goldgelb bis zu einem grünlichen Schimmer. Manche Menschen lieben ihn genau wegen dieser Intensität, andere empfinden ihn als zu kräftig.
In der Naturheilkunde wird Lindenhonig seit Jahrhunderten geschätzt. Ihm wird eine beruhigende, entspannende Wirkung nachgesagt – besonders bei Erkältungen, Husten und Schlafstörungen. Ein Löffel Lindenhonig in warmer Milch vor dem Schlafengehen ist ein klassisches Hausmittel, das viele aus der Kindheit kennen.
Himbeer- und Brombeerblüte
In den Waldrändern der Donauauen und in naturnahen Gärten blühen im Juni und Juli wilde Himbeeren und Brombeeren. Ihre unscheinbaren weißen Blüten sind für Bienen sehr attraktiv, und der Nektar ergibt einen feinen, milden Honig mit fruchtiger Note.
Himbeerhonig ist selten als Sortenhonig erhältlich, da die Pflanzen meist nicht in ausreichender Menge vorkommen. Aber in unserem Sommerhonig ist oft ein Anteil Himbeere enthalten – erkennbar an der hellen Farbe und dem zarten Aroma.
Wildblumen und Donauauen
Die Donauauen sind ein Hotspot der Biodiversität. Dutzende Wildpflanzenarten blühen hier im Sommer: Weidenröschen, Blutweiderich, Disteln, Kleearten und viele mehr. Diese Vielfalt spiegelt sich in unserem Sommerhonig wider: Jedes Glas ist eine Mischung aus unzähligen Blütennektaren, ein Abbild der Artenvielfalt unserer Region.
Besonders das Weidenröschen ist eine wichtige Sommertracht. Die rosafarbenen Blütenkerzen erscheinen auf Lichtungen und Kahlschlägen und bieten Bienen reichlich Nektar. Weidenröschenhonig ist hell, mild und kristallisiert sehr fein – er macht den Sommerhonig besonders cremig.
Sommerhonig: Dunkel, würzig, charaktervoll
Im Gegensatz zum milden Frühtrachthonig ist der Sommerhonig deutlich dunkler und geschmacksintensiver. Die Farbe reicht von dunklem Gold bis zu einem rötlichen Bernstein. Der Geschmack ist würzig, malzig, manchmal mit leicht herben Noten.
Diese Kräftigkeit macht den Sommerhonig zur idealen Zutat für Marinaden, Salatdressings und herzhafte Gerichte. Auch zum Backen eignet er sich hervorragend – sein intensives Aroma bleibt auch bei hohen Temperaturen erhalten.
Viele Honigkenner schätzen gerade diese Intensität. Während Frühtrachthonig universal einsetzbar ist, ist Sommerhonig etwas für Liebhaber – für Menschen, die den vollen, unverfälschten Geschmack der Natur mögen.
Honigtau: Das Geheimnis des Waldes
In manchen Jahren sammeln unsere Bienen nicht nur Blütennektar, sondern auch Honigtau. Dieser entsteht, wenn Blattläuse an Bäumen saugen und zuckerreiche Ausscheidungen abgeben. Bienen sammeln diesen Honigtau und verarbeiten ihn zu einem ganz besonderen Honig: dem Waldhonig.
Waldhonig ist noch dunkler als Blütenhonig, fast schwarzbraun. Sein Geschmack ist malzig, würzig und sehr kräftig. Er kristallisiert langsam und bleibt lange flüssig. Der hohe Anteil an Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen macht ihn besonders wertvoll.
In unserer Region kommt Honigtau vor allem von Fichten und Eichen in den höher gelegenen Wäldern südlich von Sieghartskirchen. Ob und wie viel Honigtau die Bienen sammeln, hängt von der Witterung ab: Warme, schwüle Sommer mit wenig Wind sind ideal für die Honigtauproduktion.
Die Herausforderungen des Sommers
Der Sommer ist nicht nur die Zeit der Fülle, sondern auch der Herausforderungen. Die Völker sind jetzt auf ihrem Höhepunkt: 50.000 bis 60.000 Bienen pro Stock sind keine Seltenheit. Diese Masse muss versorgt, kontrolliert und gesund gehalten werden.
Die Varroamilbe, der größte Feind der Honigbiene, vermehrt sich im Sommer rasant. Wir müssen die Befallsstärke regelmäßig kontrollieren und bei Bedarf behandeln – natürlich nur mit zugelassenen, bienenfreundlichen Mitteln und niemals während der Tracht, damit der Honig sauber bleibt.
Auch das Schwärmen ist im Sommer ein Thema. Wenn ein Volk zu stark wird, teilt es sich: Die alte Königin zieht mit der Hälfte der Bienen aus und sucht sich ein neues Zuhause. Für die Bienen ist das natürlich, für uns Imker bedeutet es Arbeit: Wir versuchen, das Schwärmen durch rechtzeitige Erweiterung des Brutraums zu verhindern.
Die Sommerernte: Flüssiges Gold
Ende Juli, manchmal auch Anfang August, ist die Sommertracht abgeschlossen. Die Linden haben verblüht, die Wildblumen gehen zurück, und die Bienen beginnen, sich auf den Herbst vorzubereiten. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für die zweite Honigernte des Jahres.
Der Sommerhonig ist deutlich dunkler als der Frühjahrs- und Akazienhonig. Beim Schleudern verströmt er einen intensiven, würzigen Duft. Nach dem Sieben und einigen Tagen Ruhe wird er cremig gerührt – seine dunklere Farbe und festere Konsistenz bleiben dabei erhalten.
Jedes Glas Sommerhonig ist eine Erinnerung an warme Juniabende in den Lindenalleen, an das Summen der Bienen in den Donauauen, an die wilde Vielfalt der Natur. Es ist Sommer im Glas – konzentriert, intensiv, echt.
Regional, saisonal, nachhaltig
Unser Sommerhonig ist ein echtes saisonales Produkt. Er ist nur einmal im Jahr verfügbar, und die Menge hängt vom Wetter, von der Blüte und von der Gesundheit der Völker ab. Das macht ihn wertvoll – nicht weil er künstlich verknappt würde, sondern weil er tatsächlich begrenzt ist.
Wer unseren Sommerhonig kauft, erhält ein Stück authentischer Regionalität: Honig aus dem Donauraum, gesammelt von Bienen, die hier leben, produziert von einem Imker, den du persönlich kennen kannst.
Jetzt vorbestellen
Die diesjährige Sommertracht läuft gerade auf Hochtouren. Wenn du sichergehen möchtest, dass du von unserem Sommerhonig 2026 ein Glas bekommst, kannst du jetzt schon vorbestellen. Sobald der Honig geschleudert, gereift und abgefüllt ist – voraussichtlich Anfang August – informieren wir dich.
Freu dich auf den kräftigen Geschmack des Sommers aus Sieghartskirchen!
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